Graue Zellen: Interview von Robert Basic

28. August 2008


Thema: Startups, 26.08.2008

nein, ich interviewe nicht meine grauen Zellen, da gibt es nicht mehr viele zu fragen. Nein. Ich möchte Euch gerne Julian Tosun vorstellen, der die Rätselseite “GraueZelle.com” betreibt. Das Besondere an Julian ist sein Alter: 17.

Lets go:

Stellst Du Dich kurz vor, wer Du bist, wo Du lebst, wie alt Du bist und was Du machst, dass Du auf dem Basic Thinking Blog gelandet bist?
Also Ich heiße Julian, komme aus Maintal, einem kleinem Vorort von Frankfurt und bin fast 17 Jahre alt. Da du ja auch Frankfurter bist, kam es, dass ich dich, damals im Februar? bei einem Praktikum bei Sportme kennen gelernt habe. Ich muss gestehen, vorher kannte Ich deinen Blog nicht, aber danach musst ich natürlich mal reinschauen ;). Da Ich mich auch sehr für Social Networks und Startups intressiere, habe Ich seitdem alle deine Posts zumindest überflogen :D

So, so, “überflogen”, Angeber:) Was aber ist der eigentliche Grund, dass Du nun von mir im zarten Alter von 17 Jahren interviewt wirst? Schon mal überhaupt ein Interview gemacht? Komisches Gefühl oder 08/15, nix Besonderes?
Also ein Interview hatte ich schon, aber das war in einem ganz anderem Bereich.Das hier ist auch von der Anzahl der Leser her ein ganz anderes Format. Nunja du hattet mal gesagt, du findest Starups von jungen Leuten und mit wenig Kapital besonders interessant. Da hab ich mir was in der Art, “Das bin ja ich!“;) gedacht und habe dich einfach mal angeschrieben…;)

Moment, Du bist 17 Jahre alt und befasst Dich jetzt schon mit der Gründung und dem Betrieb einer eigenen Firma? Wie kommt das? Ich alter Esel habe mit 17 Mädels nachgeschaut, aber eine eigene Firma aufzubauen? Nope, never. Kommst Du aus einer Unternehmerfamilie?
Meinst du Ich schau keinen Mädchen nach? ;) Im Prinzip fing das erstmal mit der Gründung einer eigenen Website an, doch als diese dann so schnell so erfolgreich wurde, entstand halt eine kleine Firma. Meine Mutter hat eine Werbeagentur (www.mainmedix.de) und mein Vater war auch lange Zeit Unternehmer. Weiß nicht ob das daher kommt… ;). Aber nun ist es soweit und so gekommen… jetzt möchte Ich auch weiter mit meinem Partner Kambiz Djafari und NewMedia Networks (www.newmedia-networks.com) in diese Richtung gehen.

Ok, ok, Du schaust Mädchen nach und findest dennoch Zeit, was außerdem zu machen. Also, was ist das, was Du losgetreten hast? In kurzen Worten beschrieben. Außer, dass es vielleicht blau leuchtet, weil es blau leuchtet. Und wie kamst Du zu dieser Idee?
Also ein Freund, der heute leider nicht mehr dabei ist, und ich hatten ca. im Januar diesen Jahres die Idee ein Quiz zu machen, das superschwer und gleichzeitig nicht mit Google und Co. zu lösen ist. Womit auch schon unser Hauptcontent erklärt wäre. ;D Wir fingen dann mit 15 Leveln und grässlichem Design an. Keiner von uns hatte erwartet, dass unsere Idee und die Umsetzung auch nur annähernd so gut ankommt. Doch die virale Verbreitung war immens und schnell bildete sich eine Community, die wir aktiv förderten. Mittlerweile gilt größtenteils das Prinzip User für User, da unsere neuesten Aufgaben von engagierten Membern selbst gemacht werden.

Das Design ist wirklich nicht hübsch. War das Absicht oder ist das heute immer noch Absicht? Anders gefragt: Meinst Du, dass ein schickes Design die User eher vergraulen würde? Es gibt ja Seiten wie Craigslist, die immer wieder herangezogen werden, dass auch Seiten mit weniger hübschem Design superb zum Fliegen kommen.
Absicht? Vielleicht…. Naja, keiner von uns war Webdesigner, da gab es am Anfang keine andere Möglichkeit.. Wir haben nach einer Zeit zwar ein Neues machen lassen, aber wir verlangen auf unserer Seite logisches Denken und Logiker brauchen sowas kaum :P! Außerdem verbringen viele User sehr viel Zeit auf der Seite und da kann an sich an einem Design auch schnell satt sehen, darum haben wir das Ganze eher schlicht gehalten. Die Rätsel stehen im Mittelpunkt, nicht das drumherum.Viele gute Theaterstücke haben auch kein Bühnenbild! ;)

Ich muss gestehen, ich finde die Werbung ziemlich aufdringlich, weniger das Design. Aber dazu später mehr. Du hattet vorhin gemeint, die User bringen ihre eigenen Rätsel mit ein. Wie erfolgt das prinzipiell? Wird darüber abgestimmt? War das schon von Beginn an so, dass man Rästel beisteuern kann oder von wem kam die Ide dazu?
Danke Rob für deine ehrliche Meinung, vll. können wir uns da ja wirklick mal was überlegen^^ Also die Idee hatte keiner, die Ideen gingen uns eher aus. Die ca. ersten 35 Rätsel kamen von uns, welche auch die Basis darstellen. D.h. das Grundprinzip der Rätsel. Schon früh wurden uns neue Rätselvorschläge geschickt, aber zuerst nahmen wir keine an,da diese zunehmend besser wurden, sahen wir ein, dass dies wohl die bessere Möglichkeit ist. Nun rufen wir danach aus und unsere besten Rätelersteller bringen schon so gute Rätsel, dass man sie schon fast als Kunstwerk bezeichnen kann und viele dieser haben in der Community einen besonderen Status, so dass es sich für beide Seiten auszahlt^^. Achja wir haben ein Rätelteam, dem ich auch beigehöre, welches die Mails empfängt, sortiert, testet und dann die Besten einstellt^^

Magst Du uns Zahlenfutter geben? Wann hast Du mit der Seite angefangen, wie hat sich Traffic entwickelt, wieviel regsitrierte User gibt es, was verdienst Du mit Werbung, usw. Zahlen, Zahlen, Zahlen:) Was davon magst Du uns verraten?
Also angefangen naben wir wie gesagt im Januar, anmelden konnte man sich seit 28.02, seitdem fast 19.000 Registrierte, dabei hat man vollen Rätseumfang ohne Anmeldung, es ist nur komfortabler sich mit seinem Account einzuloggen.Der Traffic hat sich zu Beginn beinahe täglich verdoppelt bis zu ca. 200.000 Pis am Tag, Ende März gab es dann nochmal ein Hoch und wir kamen zur Höchstleistung mit 250.000 PIs. Im Juni gingen dann mit steigenden Temperaturen die Besucherzahlen zurück, aber Ich hoffe das ändert sich im Winter wieder.. Verdienen, genau will Ich das nicht sagen, aber Ich verrate dir, dass wir einen TKP pro Seite von 15-25 Cent bekommen, das hat sich aber auch erst mit der Zeit entwickelt. Ich könnte dir nochmehr verraten, zum Beispiel, wieviel Antworten je eingegeben wurden, aber die Statistik hat unseren Server im April mit 5 Millionon überlastet, da sie eh nicht so oft genutzt wurde, haben wir sie abgeschafft. Was vll. noch wichtig ist, nur 20 User haben das komplette Rätsel mit allen Levels bestanden!

Wie angedeutet zu dem Thema Werbung. Mir fiel beim Besuch die extrem nervige Werbepositionierung der Banner auf. Frage: Stört das die User Deiner Meinung nach null oder verlierst Du nicht durch diese für mich aggressive Monetarisierungsstrategie Leser? Und eine spiegelbildliche Frage: Könnte es sein, dass der Leser bei einer solchen derart designten Seite Werbung in der Tat gar erwartet und ohne würde es sozusagen unprofessionell aussehen, was die gefühlte Bedeutung der Seite angeht (Kunden gehen lieber in volle Restaurants…)?
Also Ich habe sehr auf die Meinung der User geachtet und darauf, dass man immer vollen Zugriff zur Seite hat, ohne durch Werbung gestört zu werden. Der Text ist bei uns immer in der Mitte und der User muss nie scrollen oder ähnliches um zum Rätsel zu kommen! Es kamen bisher bei mir keine Beschwerden über die Werbung ein, denke nach 2-3 Rätsel hat man sich dran gewöhnt und blendet, wenn man sich nicht intressiert it, die Werbung im Geiste aus.;). Dennoch sind wir momentan auf der Suche nach anderen Werbemöglichkeiten, wie zum Beispiel gefeaturede Quizstrecken, da dies wahrscheinlich für alle 3 Parteien besser ist.Achja zuerst hatten wir gar keine Werbung , dann nachdem Einbau, habe Ich die Besuchezahlen genau beobachtet und konnte keinen oder kaum Rückgang beobachten.Ich finde nicht, dass Werbung eine Seite professioneller macht, aber für sehr wichtig halte Ich es, dass diese ins Design eingebaut ist und nicht einfach an den Rand oder sonst wo hingeklatscht ist.Denke auch die User wissen mittlerweile, dass die Betreiber einer Seite ihr Geld dadurch verdienen , aber man sollte es nicht mit Layern oder Sonstigem übertreiben.

Wie sehen denn Deine Zukunftspläne aus? Willst Du nach der Schule studieren und die Seite parallel weiter betreiben oder die Seite wegen dem Zeitaufwand vorher verkaufen? Wie viel Zeit investierst Du denn jetzt? Und denkst Du überhaupt über einen Verkauf nach? Und wenn Du die Seite weiter betreiben möchtest, was hast Du noch in peto? Sprich, werden neue Dinge hinzukommen?
Studieren will ich auf jedenfall, soll ja eine der schönsten Zeiten im Leben sein. Momentan mache ich ja Fernschule und habe daher mehr Zeit für das Projekt. Es hält sich auch noch in Grenzen, muss halt vorallendingen immer abrufbar sein. Wie ich das beim Studium mache , weiß Ich noch nicht, bis dahin sinds auch noch mindestens 2 Jahre! Aber momentan mache Ich mir noch keine Gedanken über einen Verkauf! Für die Seite steht in Zukunft zuerst ein Relaunch an mit einigen neuen Features und vorallendingen der Möglichkeit neue Features hinzuzufügen. Was auf jedenfall intressant sein müsste, ist das wir eine Art Gruppensystem ala Communio anlegen wollen mit eigener Rangliste und Co., sodass man sich ganz spezifisch in seinem Büro oder mit seinen Freunden messen kann. Danach wollen wir auf jedenfall international werden, da wir sogar schon mitbekommen haben, dass manche unere Seite mit babelfish übersetzen und sich an den Rätseln versuchen, aber da muss ich wiederum zugeben, dass dies wahrscheinlich nicht sehr gut klappen wird.^^

Wenn Du nun alle Erfahrungen summierst, die Du mit Deinem Projekt bisher gemacht hast, könntest Du anderen empfehlen, es ebenso einfach so zu probieren, ohne gleich die Megapackung rauszuholen, richtig Geld in die Hand zu nehmen, Investoren zu suchen, etc? Was denkst Du, was besser ist? Just do it und daran wachsen oder fett planen im Vorfeld? Natürlich ist die Frage auf die bezogen, die noch keine familiären und beruflichen Verpflichtungen haben und damit relativ frei in ihrer Zeitplanung sind. Was hast Du für Dich daraus gelernt?
Es hat sicherlich beides seine Vorteile, ohne Geld ist man meißt kreativer, mit hat man viel mehr Möglichkeit und kann alles professioneller abwickeln. Was nun wirklich besser ist, ist eine interessante Frage, die Ich aber nicht beantworten kann.Das Einzige, was ich mit Sicherheit sagen kann ist, dass man sich, wenn man etwas will, nicht davon abbringen lassen sollte, nur weil nicht alles so ist, wie man es sich vorgestellt hat, oder man nicht genügend Geld zur Verfügung hat.Ich bin auch kein Fan von der Riesenplanung, klar müssen einige Sachen vorher geklärt sein, aber wenn man jedes einzelne Detail vorher ausplant, nur damit es dann doch wieder anders kommt. Leider verläuft sich vieles dann auch wieder im Sand und am Ende passiert nichts.Ich bin bisher immer besser gefahren einfach mal anzufangen und dann nach und nach daran zu feilschen!^^

Das ist doch glatt ein schönes Schlusswort. Möchtest Du noch etwas ergänzen bzw. den Lesern mitteilen, was noch nicht angesprochen wurde? ZB die Coding-Umgebung, wie Du entwicklungstechnische Fragen gelöst hast, was auch immer?
Nein, duu hast mich so perfekt interviewt, dass ich alles loswerden konnte, was ich loswerden wollte. Und zum Coding kann ich nichts sagen, da dies ja nicht mein Bereich ist^^ Vielen Dank für die Möglichkeit des Interviews und das Interview selbst.

Dann danke ich Dir im Namen der Leser für Deine Geduld und wünsche Dir weiterhin so viel Spaß und Erfolg mit Deinem Projekt! Und was wichtiger ist: Ich wünsche Dir einen guten Schulabschluss;)

Das Projekt FreeHAL - Die neue Gattung maschineller Intelligenz

26. August 2008


Montag, den 25. August 2008 um 21:54 Uhr von Uwe Wilko Grünefeld

Es ist der Traum und höchste Gipfel der sprachlichen KI-Forschung. Angeführt durch den eisernen Willen eines Mannes…

… Sein Name, Tobias Schulz. Er ist der Kopf des Projekts, mit dem er sich hohe Ziele gesteckt hat. Während die freiwilligen Helfer an seiner Seite des Öfteren wechseln, bleibt er standhaft und glaubt an sein Projekt, mit dem er es sich zur Aufgabe gemacht hat sprachliche Intelligenz zu simulieren. FreeHAL möchte aber mehr erreichen als ein Chatterbot. Es soll Antworten selbstständig entwickeln und nicht irgendwelche bereits angefertigten Phrasen verwenden. Und exakt diese schwierig umzusetzende Eigenschaft zeichnet das Programm auch aus. Ein weiterer ehrenwerter Aspekt ist, dass das gesamte Projekt unter der GNU General Public License verfügbar ist. Dies erlaubt es die Software kostenfrei auszuprobieren, mehr noch: selbst die Programmierung steht damit jedem offen.

Der Name FreeHAL stand nicht von Anfang an fest: Zunächst wurde es auf den Namen JEliza getauft. Jedoch hat man erkannt, dass die Ziele zu diesem Namen eindeutig nicht passen.

Was ist FreeHAL?

FreeHAL ist, wie bereits erwähnt, eine sprachlich intelligente Anwendung. Sie können sich das ähnlich einem Chatprogramm vorstellen. Ein großes Dialogfenster zeigt den Gesprächsdialog an und darunter haben Sie die Möglichkeit ihre Anfragen zu schreiben. Die Besonderheit oder besser formuliert, dass eigentliche Programm ist nun eine KI-Engine, die Ihre Anfrage analysiert und dann entscheidet, welche Antwort am Besten auf die Anfrage passt.

Diese wird mit Hilfe eines Semantischen Netzes, Mustererkennung, Stemmern, Wortartdatenbanken und Hidden Markov Modellen generiert. Dieses Verfahren ermöglicht extrem menschliches Verhalten.

Wozu dient FreeHAL?

FreeHAL können Sie zum Beispiel als Zeitvertreib benutzen, um einfach mal ein wenig zu chatten, vor allem wenn gerade keiner Ihrer Freunde online ist. Aber auch an dieser Stelle sollte man den ernsten Kern hinter dem Projekt nicht vergessen, denn es handelt sich bei FreeHAL um wissenschaftliche Forschung, die das Ziel hat die sprachliche Intelligenz des Menschen naturgetreu zu simulieren.

Besonders erfreulich: Das Programm hat die Chatterbox Challenge 2008 in der Gruppe “Most Popular” gewonnen. Es zeigt sich also, dass sich ein Besuch unter www.freehal.org lohnt und in dem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude beim Ausprobieren.

Quelle: www.readers-edition.de

Intelligenz kann man essen…

02. August 2008

Habe einen interessanten Beitrag auf n-tv.de gelesen. Das ist auch auf jedenfall gut zu wissen :D.

Intelligenz kann man essen
Gehirnfett statt Bauchfett

Liebe geht bekanntermaßen durch den Magen. Aber wer hätte das gedacht: Geist auch! Unsere Kinder sollen dereinst die Schönsten, die Klügsten und die Erfolgreichsten sein. Die werdende Mama kann jede Menge selbst dazu beitragen, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht. Denn die Ernährung in der Schwangerschaft spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Eine gute Versorgung mit speziellen Fettsäuren fördert die kindliche Gehirnentwicklung und damit das im Kind angelegt Potential an Talenten und Intelligenz.

Medizinische Studien belegen bei einer optimalen Nährstoffversorgung auch nach der Geburt eine um zehn Prozent bessere psychomotorische Entwicklung im Alter von zweieinhalb Jahren, deutlich bessere Ergebnisse in Intelligenztests im Alter von vier Jahren sowie eine um zehn Prozent bessere Aufmerksamkeitsdauer im Alter von fünf Jahren. Umgekehrt kann eine oft hastige und auf Fastfood ausgerichtete Ernährung werdender Mütter zu Mangelsymptomen des Gehirnstoffwechsels führen. Mögliche Folgen sind Unkonzentriertheit und Lernstörungen bis hin zum ADHS-Syndrom (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom).

Minderversorgte Kinder weisen laut dieser Studien dagegen ein geringeres Geburtsgewicht, einen kleineren Kopfumfang, eine geringere Körpergröße und eine verzögerte Hirnentwicklung auf. Geht die Fehlernährung der Schwangeren dann mit einer Fehlernährung des geborenen Kindes weiter, verschlechtert der Mangel an Gehirnfettsäuren später ADHS (Lernstörung), Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche) bzw. Dyskalkulie (Rechen­schwäche).

Das menschliche Gehirn, das zu 60 Prozent aus Gehirnfett und zu 40 Prozent aus Proteinen besteht (bezogen auf das Trockengewicht), konnte sich nur zu seiner Größe entwickeln, weil bestimmte Gehirnfettsäuren als Nervenbaustoffe und Eiweiß reichlich in der Ernährung vertreten waren. Zuckerreiche Limonaden, Süßigkeiten, Brot, Kartoffeln und Nudeln liefern aber hauptsächlich Brennstoffe in Form von Kohlenhydraten und keine Gehirnbaustoffe. Je mehr davon gegessen wird, umso weniger Gehirnfettsäuren werden in der Regel aufgenommen. Benötigt werden aber eben diese, außerdem noch bestimmte Mineralstoffe wie Magnesium und Zink sowie Eiweiß.

Die wertvollen “Gehirnfettsäuren” sind Omega-3- sowie Omega-6-Fettsäuren und vor allem in fettem Fisch (Aal, Makrele, Hering, Lachs), in Meeresfrüchten und Pflanzenölen (Oliven, Raps, Maiskeim, Sonnenblumen, Walnuss), in Wildfleisch, Obst, Gemüse und Nüssen vorhanden. ADHS-Forscher in den USA setzen daher bei Zappelphilipp-Kindern darauf, den IQ und die Ausgeglichenheit durch Nährstoffe zu steigern. Denkbar ungeeignet dafür ist jedoch Fastfood, das in der Kinderernährung leider erheblich zunimmt: Bauchfett statt Gehrinfett.

Bestens geeignet für eine gesunde Ernährung - gleichermaßen für die ganze Familie, Groß und Klein, schwanger oder nicht schwanger – ist aber unser heutiges “Mediterranes Ofengemüse”:

Zutaten für 4 Personen:
3 Paprikafrüchte (am besten je 1 rot, gelb und grün)
2 Zucchini
1 Aubergine
4 Tomaten
3 Zwiebeln
4 Knoblauchzehen
2 EL Tomatenmark
100 ml Weißwein
100 ml Hühnerfond (aus dem Glas)
1 Rosmarinzweig
Olivenöl

Zubereitung:
Das gesäuberte Gemüse grob würfen (bitte nicht zu klein); außer Knoblauch. Die Rosmarinnadeln (bei Bedarf hacken) zu den Gemüsewürfeln geben, alles vorsichtig vermengen und in eine Auflaufform geben. Den Knoblauch pressen und auf dem Gemüse verteilen. Olivenöl darüber geben, dabei nicht geizen, denn die Auberginen saugen viel auf.

In den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen stellen und etwa 30 bis 40 Minuten garen und bräunen lassen. Mehrmals dabei umrühren.

In der Zwischenzeit aus Tomatenmark, Hühnerfond und Weißwein eine Soße herstellen und nach der ersten Garzeit über das Gemüse geben. Etwa 20 Minuten weiter garen. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen. Schmeckt warm solo oder als Beilage zu Gegrilltem. Auch kalt nicht zu verachten!

Stets einen wachen Geist und guten Appetit wünscht Heidi Driesner, die sich hiermit in die Ferien verabschiedet. Tschüss bis zum 4. September!

Quelle:n-tv.de

Zu wenig Wissen über die DDR

27. Juli 2008

Berlin - 19 Jahre nach dem Mauerfall wissen viele deutsche Schüler in Ost und West erschreckend wenig über die DDR. Dies zeigt eine am Freitag veröffentlichte Studie der Freien Universität Berlin. So wusste die Mehrheit der Befragten nicht, ob es in der DDR demokratische Wahlen gab. Auch wer die Mauer gebaut hatte, wussten viele nicht. Verantwortlich für die Bildungsmisere ist nach Angaben der Autoren der Studie vom Forschungsverbund SED-Staat vor allem der mangelhafte Unterricht in den Schulen. So wissen Gymnasiasten in Brandenburg weniger über die DDR als bayerische Hauptschüler. Befragt wurden insgesamt 5200 Schüler in Bayern, Westberlin, Ostberlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Die Mehrzahl war zum Zeitpunkt der Befragung 16 oder 17 Jahre alt. mbr

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 26.07.2008)

Gehirndoping

21. Juli 2008

süddeutsche.de interviewt Sven Gábor Jánszky

Studenten trinken längst nicht mehr nur Kaffee: Sie putschen sich mit Lernpillen auf. Trendforscher Sven Gábor Jánszky über Gehirndoping.
Interview: Meike Strüber

sueddeutsche.de: Herr Jánszky, was versteht man unter Gehirndoping?

Sven Gábor Jánszky: Gehirndoping beschreibt die Verbesserung der Hirnleistung durch Medikamente. Es wird mit Pillen betrieben, die eigentlich für Kranke gedacht sind. Gesunde können dadurch ihre Hirnleistung deutlich verbessern: Sie können sich Dinge besser merken und werden gleichzeitig kreativer - weil sich Informationen im Hirn schneller verbinden als ohne Medikamente. In den nächsten Jahren wird sich dieser Trend immer mehr verbreiten.

sueddeutsche.de: Woran machen Sie diesen Trend fest?

Jánszky: In Internetapotheken stieg in den letzten Monaten der Verkauf von Medikamenten fürs Hirn sprunghaft an. Ansonsten werden solche Mittel so gut wie nie verkauft.

sueddeutsche.de: Wie wurden diese Medikamente bekannt?

Jánszky: Amerikanische Kampfpiloten haben festgestellt, dass sie mit Ritalin und ähnlichen Mitteln ihre Aufmerksamkeit steigern können. Diese Information gelangte über das Internet erst in die amerikanische, dann in die deutsche Studentenszene. So haben auch Studenten angefangen, vor Prüfungen die Mittel zu nehmen.

sueddeutsche.de: Wie weit ist das Gehirndoping unter deutschen Studenten verbreitet?

Jánszky: Es gibt hierzulande zwar noch keine konkreten Untersuchungen, aber viele Studenten nehmen die Mittel bereits ein. In den USA dopen sich laut verschiedenen Studien 16 bis 25 Prozent der Studenten regelmäßig vor Prüfungen. Bei uns sind es etwas weniger, weil man die Medikamente nicht rezeptfrei in normalen Apotheken bekommt, sondern nur im Internet. Aber sobald klar wird, dass die Nutzer tatsächlich in ihren Prüfungen Erfolge haben, wird sich Gehirndoping schnell verbreiten. Einige Professoren haben mir bereits berichtet, dass ihre Studenten plötzlich besser geworden sind, und führen das auf Gehirndoping zurück.

sueddeutsche.de: Wo fängt denn Hirndoping an? Wenn sich ein Student mit einem Betablocker beruhigt? Oder erst bei Aufputschern wie Ritalin?

Jánszky: Die Frage, wo man die Grenze zieht, ist genauso schwierig wie die Frage, ob Alkohol ein Suchtmittel ist. Im Grunde ist Kaffeetrinken zum Wachwerden nicht viel anders. Man nimmt einen Wirkstoff ein, der im Gehirn etwas bewirkt. Man könnte also argumentieren, dass Kaffeegenuss zwar nicht zur verstärkten Ausschüttung von Dopamin führt, aber möglicherweise genauso wie die Medikamente zu besseren Leistungen führt.

sueddeutsche.de: Wird es an Unis in Zukunft eine Art Dopingtest geben?

Jánszky: Ich glaube nicht. Aber da spielt die moralische Debatte eine große Rolle. Es gibt in der Regel zwei Sichtweisen:

Die “schöpfungsgeschichtlichen“ Anhänger sagen, dass der Mensch geboren ist, wie er ist, und das darf man nicht verändern. Wenn diese Sichtweise in Deutschland gewinnt, dann muss man einen Dopingtest an Unis einführen.

Die zweite Sichtweise hingegen fragt: Ist es gerecht, dass ein Mensch, der mit weniger Intelligenz geboren ist, diese nicht korrigieren darf? Wenn das die vorherrschende Ansicht wird, wird sich die “Korrektur per Pille“ etablieren.

sueddeutsche.de: Welche Meinung wird sich durchsetzen?

Jánszky: Ich denke, die zweite Ansicht wird gewinnen.

sueddeutsche.de: Heißen Sie das gut?

Jánszky: Ja, denn ich finde keine Antwort auf genau diese Gerechtigkeitsfrage: Wieso soll es fair sein, dass wir mit unterschiedlichen Hirnleistungen auf die Welt kommen und diese nicht korrigieren dürfen? Jeder sollte mit Pillen seine Intelligenz steigern dürfen.

sueddeutsche.de: Wird Leistung dann zukünftig noch mehr vom Geldbeutel abhängig sein? Die Pillen sind schließlich nicht billig.

Jánszky: Diese Ungerechtigkeit haben wir in allen Lebensbereichen. So funktioniert eben unsere Gesellschaft: Die einen können in Urlaub fahren, zur Uni gehen - die anderen nicht. Das ist ungerecht. Aber ich sehe keinen Grund, warum es gerade in diesem Spezialbereich des Hirndopings anders laufen sollte.

sueddeutsche.de: Können die Menschen im Berufsleben und an der Uni in Zukunft ohne Gehirndoping überhaupt noch mithalten? Oder wird es eine Zweiklassengesellschaft geben?

Jánszky: Nein, das glaube ich nicht. Gehirndoping wird sicher bald von vielen genutzt. Und im Spektrum der Intelligenz werden dann diejenigen, die keine Mittel nehmen, ein bisschen “runterrutschen“. Das heißt aber nicht gleich, dass sie keine Chance mehr haben.

sueddeutsche.de: Wird sich der Arbeitsmarkt durch Gehirndoping verändern?

Jánszky: Ja. In Manageretagen wird es zum normalen Ton gehören, diese Dinge zu nehmen. Alles unter dem Vorbehalt, dass nicht jemand in den nächsten Jahren krasse Abhängigkeitsgefahren feststellt. Aber darauf deutet momentan nichts hin.

sueddeutsche.de: Was machen die Medikamente mit gesunden Menschen? Gibt es Nebenwirkungen?

Jánszky: Mir ist noch keine Studie begegnet, die über Nebenwirkungen und Langzeitwirkungen berichtet. Die Studien der Pharmaindustrie gehen über Jahre, deshalb gibt es noch keine Ergebnisse. Aber die üblichen Gehirndoping-Medikamente sind alle zugelassen.

sueddeutsche.de: Haben sie den Verdacht, dass sich die Pharmaindustrie auf den Markt der “Gehirndoper” vorbereitet?

Jánszky: Ich denke nicht, dass die Pharmakonzerne das offiziell zugeben würden. Aber tatsächlich wird relativ viel Geld der Unternehmen in die Demenz- und Schlaganfallforschung gesteckt. Das Thema Demenz ist zwar aktuell - aber letztendlich ist das auch kein Wahnsinnsmarkt. Eine Erklärung für die starke Forschung ist deshalb tatsächlich das Interesse daran, was diese Mittel bei Gesunden bewirken.

Auf dieser Basis sind Produkte denkbar, die gar nicht mehr Pillenform besitzen: Margarine, die ihr Kind klüger macht, oder der Joghurt, der sie für 24 Stunden kreativer macht. Das Geschäftspotential steckt gar nicht unbedingt nur in Pillen, sondern in Produkten der Food-Industrie.

sueddeutsche.de: Haben Sie die Mittel bereits selbst ausprobiert?

Jánszky: Nein, aber ich bin mir sicher, dass ich Sie als Student genommen hätte und nehmen werde, sobald solche Mittel im normalen Angebot sind. Natürlich werden die Prüfungssituationen in der Berufswelt weniger. Aber: Wenn es den Joghurt gibt, der nachweislich die Hirnleistung verbessert, warum sollte ich den nicht frühstücken, wenn ich mittags ein wichtiges Gespräch habe?

Sven Gábor Jánszky, Trendforscher und Chef der Leipziger Beraterfirma Forward2Business, organisiert einmal im Jahr einen Zukunftskongress, bei dem sich die Innovationschefs großer Unternehmen über künftige Trends austauschen. Jánszky studierte Journalismus und Politik in Leipzig, Berlin und Budapest und arbeitete dann als Journalist und als Programmdirektor der Universität Leipzig.

Quelle:suddeutsche.de

Lernbar: Fluide Intelligenz

14. Juli 2008

Der eine hat’s, der andere nicht: Die Fähigkeit, sich an neue Situationen anzupassen. Doch diese so genannte fluide Intelligenz ist entgegen der landläufigen Meinung nicht angeboren - und kann durch ein spezielles Trainingsprogramm sogar gesteigert werden. Für Ärzte rückt ein neues Therapietool in greifbare Nähe.

Der Gang ins Fitnessstudio kostet rund 60 US Dollar, doch wer in San Francisco das “Vibrant Brain” besucht, bekommt keine Hanteln in die Hand gedrückt, sondern virtuelle Gewichte für die geistige Fitness: Bunte Figuren auf Bildschirmen sollen das Gehirn der zahlenden Klientel ins Schwitzen bringen. Die jüngste kommerzielle Umsetzung freilich entpuppt sich als eher klassische Variante des altbekannten Gehirnjoggings - trainiert werden bestimmte Fähigkeiten und einzelne kognitive Gebiete, mehr aber auch nicht.

Das kann sich in Zukunft ändern. Dass Menschen in vollkommen neuen Situationen schnell und vor allem korrekt reagieren, lässt sich nämlich mit Hilfe eines speziellen Programms trainieren, wie Wissenschaftler der Uni Bern unlängst herausfanden. In einer Studie ließen die Forscher um Walter Perrig vom Institut für Psychologie der Universität Bern Versuchspersonen zunächst einen Vortest mit einem Standardverfahren zur Erfassung ihrer fluiden Intelligenz machen. Danach trainierten die Probanden entweder 8, 12, 17, oder 19 Tage lang mit der eigens dazu entwickelten Trainingsaufgabe des Programms, und das hatte es in sich.
Flüssige Intelligenz ist lernbar
Die Teilnehmer mussten nämlich geometrische Figuren auf einen Monitor beobachten, während sie über einen Kopfhörer akustisch Buchstaben vernahmen. Nach drei Sekunden wechselten sowohl die eingespielten Buchstaben, als auch das dazu übertragene Bild. Der Clou: Bei jeder Wiederholung einer bereits durchlaufenen Kombination mussten die Teilnehmer einen Knopf drücken - je weniger Fehler sie machten, umso größer wurden auch die Abstände zu den jeweiligen Wiederholungen.

Erstaunliche Erkenntnis: Das Programm vermag auf diese Weise ausgerechnet das Arbeitsgedächtnis zu trainieren - und bereitet das Gehirn auch für andere, noch unbekannte Aufgaben vor. Tatsächlich gilt das Arbeitsgedächtnis als wichtigster Ort für die vorübergehende Speicherung jener Information, die bei der weiteren Planung, Koordination und der Durchführung von Aufgaben benötigt werden. Selbst die Hemmung störender oder unwichtiger Einflüsse findet in diesem kognitiven Bereich statt.

Mit Ende des Trainings testeten die Schweizer Wissenschaftler ihre Versuchspersonen auf die fluide Intelligenz, und verglichen die Leistungen mit jenen von untrainierten Gruppenmitgliedern. Zwar brachte der Übungseffekt auch bei den untrainierten eine gewisse Steigerung. Doch im Vergleich dazu wiesen die speziell trainierten eine deutlich gesteigerte fluide Intelligenz auf.

“Interessant dabei ist, dass die Aufgaben des Trainingsprogramms sich völlig unterscheiden von denen des fluiden Intelligenztests”, erklärt Walter Perrig von der Uni Bern das wesentliche Merkmal des Verfahrens, und: “Wir gehen davon aus, dass ein Transfer von den im Arbeitsgedächtnis trainierten Prozessen auf die Intelligenz stattfindet - dass also unser Programm Prozesse im Gehirn verbessert, welche für die Aufgabenlösung in vielen Bereichen relevant sind”.
Perspektiven im Reha-Bereich
Die Chancen für eine Etablierung des Verfahrens in der Medizin stehen gut. Gerade im Bereich der Rehabilitation eröffnen sich womöglich vollkommen neue Möglichkeiten. Denn Neurologen und Psychologen unterteilen die Intelligenz in eine fluide und in eine kristalline Komponente. Während die kristalliner Intelligenz den Gebrauch von Wissen, Fertigkeiten und Erfahrung steuert, ist die fluide Komponente für die Lösung neuer Probleme zuständig - und erlaubt dem Menschen, sich an “generell an neue Situationen anzupassen”, wie die Berner nun schreiben.

Das Einsatzpotenzial des Trainingsprogramms jedenfalls scheint auf Grund solcher Zusammenhänge unerschöpflich: Ob lernschwache Kinder oder Menschen nach einem Schlaganfall, durch das Neurotraining könnten sie alle lernen, effektiv und besser mit der unliebsamen Situationen umzugehen - und diese letztendlich erfolgreich zu meistern.

Quelle:http://www.doccheck.com

Appell an die Jugend!!!

09. Juli 2008

Passt zwar net zum Thema, find ich aber oberlustig

Zitat der Woche

07. Juli 2008

„Das höchste Zeichen von Intelligenz ist der Zweifel.“

Francois Mauriac

Wissen ist Macht

07. Juli 2008

Zwar siegt die Intelligenz am Ende, aber der Bremsklotz von Religion, Dünkel und Dummheit kann das lange verhindern.

Für die Religion ist Wissen ganz allgemein der Feind schlechthin, nur Dumme und Einfältige Zeitgenossen eignen sich als willige Mitläufer. Bildung und Wissen reduziert die Zahl der Einfaltspinsel und beschneidet das Luxusleben der Glaubensphantasten.

Für Thales von Milet (640 - 545 v.C.), Anaximander von Milet (611 - 547 v.C.), Anaximenes von Milet (525 v.C.), Anaxagoras von Klazomenae (497 - 428 v.C.) und Leukippos of Abdera (450 - 420 v.C.) war die Erde flach. Aristotoles von Stageira (384 – 322 v.C.) formt das geozentrische Weltbild mit kreisförmigen Planetenbahnen, Apollonius von Perge (262 - 190 v.C.) erklärt die scheinbare Rückläufigkeit des Mars. Claudus Ptolemäus vereint die widersprechend Fakten mit einem retrograden Rechentrick. Auch Aristarchos von Samos (310 – 230 v.C.) bezeichnet das heliozentrische System als antireligiös falsch, für Lucretius (99 – 55 v.C.), Lactanius (245 – 325 n.C.), Cyril von Jerusalem (315 – 368 n.C.), John Chrysostom (344 – 408 n.C.) Bischof Severian von Gabala (um 408 n.C.) ist die Erde flach. Die Universität Tübingen verurteilt Kepplers Heliozentrismus, Johannes Calvin (1509 – 1564 n.C.) beweist mit Psalm 93:1 die flache Erde als Mittelpunkt des Universums, die Lehre des Kopernikus pervertiere jede natürliche Ordnung. Dabei braucht Kopernikus noch 34 Epizykel für die Bahnen von Venus und Merkur, geistig viel zu anspruchsvoll für einen Pfaffen.

Latein, Hebräisch, Griechisch, ägyptische Keilschrift, Hieratisch, Demotisch, Aramäisch, Akkadisch, Phönizisch und andere kannten weder NULL noch Vorzeichen. Die mehrfache Bedeutung von Zeichen schaffte nur Verwirrung und Fehler. Die Römer nutzen als Bruch nur 1/12 oder ein Mehrfaches davon, deswegen hat das Jahr 12 Monate und Worte wie Dutzend oder Gros sind bekannte Werte. Die zuerst im vorchristlichen Indien benutzte Null wird erst um 750 n.C. ins Zahlensystem eingeführt, die Kalenderreform durch Papst Gregor III 1585 n.C. schafft volle Akzeptanz. Vorzeichen bzw. negative Zahlen werden erst mit dem Rechnen in arabischen Zeichen etwa ab 1200 n.C. bekannt, waren sie doch für kaufmännische Rechnungen mit Lagerbeständen wie die der Fugger unverzichtbar.

Anders als in Mittelamerika und Indien schafften es die Mittelmeerkulturen nicht die Logik der NULL zu erkennen und umzusetzen. Wissen und Erkenntnis galten wenig, große Geister erzielten keine Breitenwirkung. Vielfach wurden epochale Schriften achtlos in die Ecke gelegt, das wertvolle Pergament gereinigt und mit sinnlosem Religionsgeschwurbel erneut beschrieben. Allein Mythen, Macht durch Verehrung von Götzen und Manipulation von Menschen zählte. Erst die Null und Dezimalstellen ermöglicht Bruchrechnen und Dividieren, Grundlagen der Mathematik und Wissenschaft auf denen alles Andere aufbaut. Mit dem Abakus war Multiplizieren als vielfache Addition zwar machbar, aber zeitraubend und unterblieb folglich. Dividieren ging gar nicht, die Ausführung als kombinierte Multiplikation und Subtraktion überstieg die geistigen Fähigkeiten.

Beim damaligen Analphabetismus war das Rechnen über 10 reiner Zufall. Man versuche ohne Dezimalsystem nur mit römischen Zahlen LXIV * CXXVII = zu lösen und erkennt die fundamentalen Schwierigkeiten. Eine vorchristliche Beschreibung Jerusalems ergibt durch die Mauerlängen zwischen den Toren eine Fläche von 48 km² anstelle der realen 6 Hektar, selbst für Schreibkundige war das Einmaleins eine kaum überwindbare Schwierigkeit. Ägypten mit fast 60 Millionen Einwohnern hat 50% Analphabetismus und in 10 Jahren 77 Patente angemeldet, weniger als eine deutsche Mittelstandsfirma. Dabei kannten die Ägypter nach dem Rind-Papyrus bereits 1650 v.C. die Zahl pi sowie gerade und ungerade Zahlen, was spätere Religionsspinner nicht darin hinderte pi=3,0 als ewige und absolute Wahrheit ihres Obergötzen zu definieren. Wissen ist Macht, nichts zu wissen macht nichts sagt der Mullah und zitiert der Gemeinde einen Vers aus dem Koran. 3000 Jahre Menschheitsgeschichte und Kultur sind spurlos verstrichen.

Die Geisteswissenschaft als brotlose Kunst programmiert keine Computer, bestimmt mittels Massenspektrometer und Gaschromatograph keine Elemente, datiert keine Artefakten durch Messung radiaktiven Zerfalls, berechet keinen Standort in Satellitennavigation, ja sie reicht nicht einmal aus ein Stück Butter zu wiegen. Zwar erkannte bereits Archimedes den Auftrieb, aber in einer wissensfeindlichen christlichen Kultur des Abendlandes schwammen Schiffe 2000 Jahre lang nur weil sie aus Holz waren. Der Allwissende im Vatikan reduzierte führende Universitäten zu winzigen Predigerschulen, weil die Ärzte im menschlichen Körper partout keine Seele fanden, weil der Mann soviel Rippen hatte wie die Frau und weil die dämlichen Mathematiker/Astronomen nicht mit der flachen Erdenscheiben zurecht kamen.

Dafür haben geisteswissenschaftliche Schöngeister und Wortdrechsler Hunderte von Kriegen angezettelt, haben 1618-1648 n.C. Europa bis zu 50% entvölkert und endloses Leid und Elend verursacht. Alles nur für leere Ideale, fiktive Idole und der Verdammung von Allem, was nicht willig mit einem freudigen Lied auf den Lippen mitmarschierte um der Gegenseite den Kopf einzuschlagen, zum Wohl und Segen von irgendwas.

Quelle: Zeit.de

Werden wir dümmer?

03. Juli 2008

Von Matthias Martin Becker

Wie lässt sich erklären, dass der durchschnittliche IQ in den Industrienationen bis in die neunziger Jahre stieg? Die Intelligenzforschung weiss nicht weiter.

Es war kein einfaches Spiel, das die PsychologInnen der Universität Michigan ihren Versuchspersonen da zumuteten: Auf einem Bildschirm mussten die Studierenden geometrische Figuren beob­achten, während sie gleichzeitig über einen Kopfhörer Buchstaben vorgelesen bekamen. Alle drei Sekunden wechselten Buchstabe und Bild. Wiederholte sich dann in einer der nächsten Runden eine Verbindung, drückten sie einen Knopf. Je weniger Fehler sie dabei machten, umso länger dauerte es bis zur nächsten Wiederholung.

Diese Aufgabe fordert das Arbeitsgedächtnis gleich mehrfach: Akustische und visuelle Signale müssen gleichermassen präsent bleiben und fortwährend mit neuen Informationen abgeglichen werden. Niemand war überrascht, dass die Leistung der Studierenden von Sitzung zu Sitzung stieg. Aber nicht nur das - sie schnitten auch bei einem Intelligenztest besser ab, der ganz andere Anforderungen stellte. «Durch das Training konnten sie neue Aufgaben besser bewältigen», erzählt einer der betei­ligten Forscher, der Schweizer Martin Buschkühl. «Ausserdem stellten wir fest, dass diese Steigerung umso grösser war, je länger die Teilnehmer übten.»

Lässt sich der IQ steigern?

Buschkühl und seine Kollegen veröffentlichten ihre Ergebnisse Ende April in der Zeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences». Für sie belegt das Experiment, dass Arbeitsgedächtnis und Intelligenz ursächlich zusammenhängen. Ausserdem gehen sie davon aus, dass beides durch geeignete Übungen - wie etwa das im Experiment angewandte Spiel - verbessert werden kann. Buschkühl glaubt, dass die Erkenntnisse praktische Bedeutung im therapeutischen Einsatz bekommen werden. «Wir arbeiten an Trainingsprogrammen für Kinder mit Entwicklungsstörungen oder Patienten mit Hirnverletzungen.»

Für das Forscherteam belegt das Experiment, dass sich die «fluide Intelligenz» durch geeignetes Training steigern lässt. So bezeichnen Psycholog­Innen die Fähigkeit, unbekannte Probleme zu lösen und sich auf neue Situationen einzustellen. Im Gegensatz dazu steht die sogenannte «kristalline Intelligenz», die auf Erfahrung und erworbenem Wissen beruht. Die Intelligenzforschung unterscheidet mit andern Worten zwischen erlernten Fähigkeiten und einem angeblich allgemeinen, unspezifischen «Lernvermögen» - einem Vermögen, das überwiegend durch Vererbung bestimmt wird. Buschkühls Kollegin Susanne Jäggi wies deshalb in der «New York Times» darauf hin, wie überraschend es sei, dass die Versuchspersonen bei den Tests besser wurden: «Intelligenz galt in der Regel als unveränderliche ererbte Eigenschaft.»

Der britische Verhaltensgenetiker Robert Plomin kritisierte daraufhin, die KollegInnen aus Michigan würden ihre Ergebnisse überinterpretieren: «Es gibt keinen Widerspruch zwischen Vererbung und verbesserter Leistung.» Wie die meisten IntelligenzforscherInnen leitet er aus der Adoptions- und Zwillingsforschung ab, dass vor allem die Erbanlagen die intellektuellen Fähigkeiten bestimmen. Der neuseeländische Wissenschaftler James Flynn etwa geht von «zwei Dritteln Vererbung» aus. Die­se Annahme nun lässt sich schlecht mit einem anderen Phänomen vereinbaren: Die durchschnittliche Intelligenz verändert sich im Laufe der Zeit.

Waren die VorfahrInnen dümmer?

Besonders eindrucksvoll belegt wurde das in den Niederlanden, wo 18-jährige Rekruten bei der Musterung getes­tet werden. Zwischen 1952 und 1982 ist die Leistung in den Intelligenztests immer weiter gestiegen. Dieselbe Anzahl richtiger Antworten, die zu Beginn der fünfziger Jahre mit 100 Punkten als durchschnittlich eingestuft wurde, brachte 30 Jahre später nur noch 80 IQ-Punkte. Da man bei einem IQ-Wert zwischen 70 und 85 Punkten von einer Lernbehinderung spricht, würde das Verhältnis zwischen den Jahrgängen 1952 und 1982 also dem zwischen einer lernbehinderten und einer ungefähr durchschnittlichen Person entsprechen - wie kann ein so grosser Unterschied zwischen den Generationen im Alltag unbemerkt bleiben? Fasst man alle verfügbaren Daten aus den westlichen Ländern zusammen, ist das Resultat ähnlich: Der IQ steigt pro Jahrzehnt um drei Punkte. Der Gen­bestand kann sich aber nicht in so kurzer Zeit verändern.

James Flynn hat dieses Phänomen 1984 zum ersten Mal beschrieben. Seitdem beschäftigt der «Flynn-Effekt» Fantasie und Forschung. Als mögliche Ursachen diskutiert werden die längere Schulausbildung und kleinere Familien, in denen Kinder mehr Aufmerksamkeit und Förderung erhalten. Auch Gesundheitsversorgung und Ernährung haben sich zweifellos verbessert. Manche argumentieren, die Menschen seien heute vertrauter mit Testsituationen beziehungsweise motivierter im Umgang damit. Selbst die GendeterministInnen haben noch nicht ganz aufgegeben und wollen auch die Unterschiede zwischen den Generationen biologisch erklären. Sie sprechen von «Heterosis» - der aus der Züchtung bekannten Tatsache, dass hybride Pflanzen oder Tiere oft leis­tungsfähiger sind als ihre reinerbigen Eltern.

Nun hat Flynn einen eigenen Erklärungsversuch vorgelegt. Seine Lösung des scheinbaren Paradoxes: Unsere VorfahrInnen waren nicht dümmer - sie bevorzugten nur das Konkrete und verliessen die Grundlage ihrer Wahrnehmung und Erfahrung nicht. Eine «wissenschaftliche Perspektive» musste ihnen deshalb fremd bleiben. Der Autor illustriert den Unterschied durch Interviews mit usbekischen Bauern aus den zwanziger Jahren. Beharrlich verweigerten diese die Analogieschlüsse, die ihr Gesprächspartner ihnen aufzwingen wollte. Zum Beispiel: «Die Stadt B liegt in Deutschland. In Deutschland gibt es keine Kamele. Gibt es in der Stadt B Kamele?» Antwort: «Ich weiss es nicht. Ich war niemals in einem deutschen Dorf. Wenn es eine grosse Stadt ist, sollte es dort Kamele geben.»

Ein anderer Dialog macht den Unterschied in der Denkweise - oder besser: der Denkhaltung - noch deutlicher: «Wo immer Schnee liegt, sind die Tiere weiss. In Novaya Zemlya liegt immer Schnee. Welche Farbe haben die Bären dort?» - «Ich kenne nur schwarze Bären, und ich rede nicht über Dinge, die ich nicht selbst gesehen habe.» - «Ja, aber was legen meine Worte nahe?» - «Wenn jemand nicht dort war, kann er aus den Worten gar nichts schliessen.»

Flynn kommentiert: «Diese Bauern haben völlig recht, sie verstehen den Unterschied zwischen analytischen und synthetischen Urteilen. Reine Logik sagt nichts aus über die Wirklichkeit; das kann nur die Erfahrung. Allerdings wird ihnen diese Einstellung in einem Intelligenztest nicht gut bekommen.» Heute seien den meisten Menschen wissenschaftliche Kategorien vertraut. Entsprechend besser schneiden sie bei Intelligenztests ab, die allesamt unanschauliches und abstrahierendes Denken verlangen.

Flynn versucht deshalb, den Begriff der Intelligenz historisch zu fassen. Die Tests werten bestimmte Denkoperationen, während sie andere abwerten. Trotzdem: Wie ist der Flynn-Effekt möglich, wenn doch Vererbung entscheidend sein soll? Einer von Flynns Erklärungsansätzen lautet, «Talente» seien zwar in den Erbanlagen begründet, würden dann aber durch Umwelteinflüsse verstärkt. Ein musikalisch begabtes Kind etwa findet eine Umgebung, die seine Begabung weiter fördert. Es wird gelobt, bekommt bessere LehrerInnen und verbringt mehr Zeit mit gleichermassen musikalisch talentierten Kindern.

Solche Verstärkungseffekte sollen den immer besseren Durchschnitt erklären. Das gesellschaftliche Niveau steigt sozusagen, während die Ungleichheit zwischen den Individuen fortbesteht - auf höherer oder niedrigerer Ebene. Ist damit das Phänomen des über die Zeit ansteigenden IQ tatsächlich enträtselt?

Der dänische Psychologe Tom Teasdale war einer der Ersten, die feststellten, dass der Flynn-Effekt offenbar nicht unumkehrbar ist. In einer Studie verglich er die Testleistungen von mehr als einer halben Million dänischer Soldaten zwischen 1959 und 2004: Der durchschnittliche IQ stieg bis zum Ende der neunziger Jahre kontinuierlich an, stagnierte dann aber beziehungsweise fiel sogar leicht ab. Eine ähnliche Untersuchung aus Norwegen zeigte, dass auch dort seit Mitte der neunziger Jahre der IQ nicht mehr anstieg. Teasdale folgerte daraus, dass der Flynn-Effekt in Norwegen und Dänemark vorbei sei.

Heute gehen IntelligenzforscherInnen davon aus, dass dieser Befund mindestens auch auf Frank­reich, Grossbritannien, die Schweiz, Österreich und Deutschland zutrifft. In den sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern dagegen steigt der durchschnittliche IQ weiterhin. Wieder sind die Ursachen umstritten. Zusammen mit dem amerikanischen Psychologen David Owen stellte Teasdale fest, dass der historische ­Flynn-Effekt in erster Linie dar­auf beruhte, dass die Testpersonen im unteren Bereich besser abschnitten, während der Zuwachs bei den «Begabten» viel geringer war.

Geht es uns zu gut?

Sehr vorsichtig versuchten Teasdale und Owen daraufhin, den Abfall durch das Ende der Bildungsexpansion zu erklären: Im Vergleich zu den vorigen Jahrzehnten mache das dänische Bildungssystem weniger grosse Fortschritte, beispielsweise besuchten weniger SchülerInnen das Gymnasium. Andere machen eine Entwicklung in die Dekadenz verantwortlich: Ein passiver und konsumorientierter Lebensstil, angeblich besonders in den Unterschichten verbreitet, soll schuld sein. Auch habe ein Übermass an visuellen Reizen durch die massenhafte Verbreitung von elektronischen Medien und Computerspielen die Merk- und Konzentrationsfähigkeit geschwächt.

Noch wahrscheinlicher ist allerdings, dass der historische Vergleich der Intelligenztests eine ganz andere langfristige Gesellschaftsentwicklung widerspiegelt: das Wachsen des materiellen Wohlstand einerseits und die Verwissenschaftlichung und Technisierung der Arbeit andererseits. Sie prägten das 20. Jahrhundert, nun sind sie zum Stillstand gekommen. Das könnte sowohl den Flynn-Effekt als auch seine Umkehrung erklären. Auf jeden Fall wird die Intelligenzforschung künftig nicht um die Frage herumkommen, inwiefern ihre Begriffe historisch sind - und deshalb überholt.

Der Intelligenzquotient (IQ)

Der IQ ist ein Mass für die allgemeine intellektuelle Leistungsfähigkeit einer Person. Die Punktzahl gibt Auskunft über die eigene kognitive Leistung im Vergleich zum Mittel der Menschen gleichen Alters. Als Mittelwert wird 100 gesetzt, meist mit einer Standardabweichung von 15 Punkten nach oben oder unten. Gemäss diesem Berechnungsmodus haben rund zwei Drittel aller Menschen einen IQ zwischen 85 und 115.

Nun existieren fast ebenso viele unterschiedliche IQ-Skalen wie Tests, welche den IQ messen. Ausserdem wird der Begriff der Intelligenz je nach Test ganz unterschiedlich definiert und aufgefächert in körperliche, musikalische, emotionale und andere Formen von Intelligenz. Nicht zuletzt sind IQ-Tests kulturabhängig. All dies betont auch der Verein Mensa, dem nur Menschen mit einem IQ beitreten können, den 98 Prozent der Bevölkerung nicht erreichen.

Kritik am IQ-Begriff übten unter anderen Theodor Adorno und Pierre Bourdieu - am umfassendsten bislang Stephen Gould in seinem Klassiker «Der falsch vermessene Mensch».

Quelle:WOZ vom 03.07.2008